An den Landeshauptmann

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!

Ihrer Samstagsrede im Orf konnte ich entnehmen, dass Sie tatsächlich der Überzeugung sind, mit der vorgeschlagenen TFLG Novelle  den Agrarstreit lösen zu können.  Ihren weiteren Ausführungen glaube ich entnehmen zu können, dass Sie sich die Novelle zwar erklären ließen, aber keinesfalls tatsächlich selbst  gelesen haben können. Hätten Sie diese Novelle gelesen, so müsste ihnen der menschenverachtende und gleichheitswidrige  Inhalt dieses Knebelungsgesetzes aufgefallen sein.

Es geht im Tiroler Agrarstreit nicht nur um wahres Gemeindegut sondern auch um wahres Eigentum der Bauern. Wahres Eigentum der Bauern ist hervorgegangen aus der Forsteigentumspurifikation  (Anerkennung des Privateigentums), und /oder aus der Servituitenablösung. Bei der Servitutenablösung haben eingeforstete Bauern mit dem Kaiser  ihre Einforstungsrechte  gegen Waldeigentum getauscht.  Dies ist der wahre Kern des Tiroler Agrarstreites. 

Jeder der so naiv ist, dass mit dieser Novelle das Agrargemeinschaftsproblem gelöst sei, möge Echo und Basic lesen, und natürlich auch die gesammelten Kommentare von Herrn ÖVP Schöpf. 

Die einzige Möglichkeit, diesen Agrarstreit zu lösen, besteht in der historischen und rechtlichen Aufarbeitung der Entstehung des Waldeigentums in Tirol. Jeder, der sich dieser Aufarbeitung widersetzt begeht wahrscheinlich  ein historisches Verbrechen gegen das wahre Eigentum der Bauern oder das wahre Eigentum der politischen Gemeinde.

 mfg Toni Riser

 

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